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Canon EOS 650: Wo passen die Objektive dazu?

  1. #1
    Avatar von Gast878743
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    Zu welcher Digitalkamera passen die Objektive der EOS 650?

  2. #2
    Avatar von d.reinhard
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    Sehr geehrter Gast,

    rein technisch passen Objektive der EOS-Serie an alle Canon-EOS-Kameras. Es gibt jedoch ein paar Umstände, die den Objektivgenuss etwas schmälern können:

    Vor dem "Digitalzeitalter" gefertigte Objektive waren diese für das Kleinbildformat gerechnet und natürlich legte man früher ein Film in die Kamera, dessen Oberfläche seidig matt glänzte. So waren die rückwärtigen Linsen auch weniger gegen Reflektionen vergütet und beschichtet, als es die heutigen modernen Objektive sind, die sich mit der hochglänzenden Oberfläche eines digitalen Bildsensors "herumschlagen" müssen. Dies führt vor allem dazu, dass diese älteren Objektive an Kontrast verlieren, wenn stark reflektierende Motivbestandteile auf den Bildsensor treffen, von diesem gespiegelt an die rückwärtige Linse des Objektivs treffen um von dort wieder mit gestreuter Spiegelung zurückgeworfen werden. Resultat: Das Bild wirkt wenig farbenfroh, überstrahlt, flau und milchig. Diese Erfahrung machte ich zumindest mit den Kit-Objektiven meiner alten EOS 300.

    Bei modernen Objektiven ist auch die rückwärtige Linse hoch vergütet und entspiegelt und trägt eher den Bedingungen Rechnung, die ein Bildsensor vorgibt.

    Ein allgemeingültiges "Problem" ist die rechnerische Brennweitenverlängerung der DSLR-Kameras mit APS-C-Sensor. Da Bildsensoren dieses Größentyps kleiner als das Kleinbildformat ist, wird nur der mittlere Ausschnitt des durch ein Kleinbildformatobjektiv ablichtbare Motiv aufgenommen. Für den Makro- und Naturfotografen ist das eine interessante Angelegenheit, weil er plötzlich ein Objektiv mit einer um Faktor 1,5 bis 1,6 längeren Brennweite besitzt. Das bezeichnet man als Crop-Faktor. Dieser errechnet sich aus Oberfläche Kleinbildformat / Oberfläche APS-C-Format.

    So hat dann ein typisches 28-70mm Objektiv (Brennweite orientiert sich immer am Kleinbildformat!) eine Brennweite von 42-105mm bei einem Crop-Faktor von 1,5 (meist bei Nikon; Canon-Sensoren sind geringfügig kleiner und haben einen Crop-Faktor von 1,6).

    Des einen Freud, des anderen Leid. Dem Fotografen, der Innenraumaufnahmen machen möchte und mehr Bildwinkel benötigt (z.B. auch bei Landschaftsaufnahmen), fehlt dann der Weitwinkelbereich. Er ist dann gezwungen auf ein Weitwinkelobjektiv zurückzugreifen. Möchte er an einer APS-C-Formatkamera wieder die 28mm Anfangsbrennweite haben, die er bei seiner alten Analog-Spiegelreflexkamera gewohnt war, so braucht er nun ein Objektiv mit 28mm/1,5 = 18,67mm Weitwinkel. Daher haben die Hersteller dieser APS-C-Kameras spezielle Objektive konzipiert, die diesem Crop-Faktor Rechnung tragen. So sind auch diese Objektive in der Regel kompakter und leichter, da sie nur den kleineren APS-C-Bildkreis bedienen müssen und somit auch kleinere Linsen im Aufbau benötigen.

    Nachteil wiederum: Derartige Objektive passen an keinen Vollformaten, da diese zu Vignettierungen (abgeschattete Bildecken) führen würden. Auch ist der Abstand zwischen rückwärtiger Linse und Bildsensor geringer, weshalb bei einer Vollformat- (synonym: Kleinbildformat-)Kamera die Gefahr besteht, dass der Spiegel gegen den Rand des in das Gehäuse der Kamera hineinragenden Objektivendes schlagen kann und zu einer Beschädigung des Systems führen dürfte.

    In Ihrem Falle jedoch ist dieses unbedeutend. Objektive von Kleinbildkameras passen sowohl an DSLR mit Vollformatsensoren wie auch an APS-C-Format-Sensoren. Was bei Ihnen problematisch bleiben kann ist die schlechtere Figur hinsichtlich Bildqualität und längeren Brennweiten. Letzteres natürlich nur, wenn Sie die Objektive beispielsweise an einer EOS 550D, 600D, 60D und 7D verwenden. Keine Brennweitenverlängerung haben Sie bei der EOS 5D Mark II, 1Ds Mark III. Ein Brennweitenverlängerung ergibt sich noch bei der EOS 1D Mark IV von Faktor 1,3.

    Je nach dem wie hochwertig Ihre alten Objektive sind, käme es auf einen Versuch an, wie diese sich an einer modernen DSLR schlagen, aber so richtig gute Chancen gebe ich denen nicht.

    Das wäre meine Meinung und Erfahrung zu diesem Thema.

    Viele Grüße
    D. Reinhard

  3. #3
    Avatar von Foto-Erhardt
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    EOS EF-Objektive passen rein theoretisch und auch praktisch an jede digitale EOS-Kamera.

    EOS EF-S Objektive (die gab es damals aber noch nicht) passen rein theoretisch und auch praktisch an jede digitale EOS-Kamera mit APS-C Chip.

    Ob es sich von der Qualität her "lohnt" ein 25 Jahre altes Objektiv an eine heutige Kamera zu setzen muss jeder für sich selbst entscheiden. Die optische Berechnung war damals lange nicht auf dem Stand von heute, die Objektive wurden (logischerweise) damals auch noch für den Negativ- oder Dia-Film berechnet und nicht für einen CCD oder CMOS. Die Anforderungen an ein Objektiv war damals eine ganz andere als sie es heute ist.
    Zudem gibt es heute deutlich bessere, modernere Motoren in den Objektiven, wodurch die Scharfeinstellgeschwindigkeit einen deutlichen Schub in Richtung "schneller" erhalten hat. Die ersten sogenannten USM-Objektive kamen erst deutlich (mehr als 2 Jahre) nach der EOS 650 auf den Markt und selbst da war damals der UltraSchallMotor langsamer als ein heutiger.

    Zu beachten ist die Brennweitenverlängerung (der sogenannte Crop-Faktor) von 1.6x (bei APS-C Sensor), die dadurch zustande kommt, dass der Sensor um den Faktor 1.6 kleiner ist als die 24x36mm des Negatives. Ein 28-80mm wird also zu einem 45-128mm, ist also dann nichts mehr mit Weitwinkel .

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