Ist eine Lebensversicherung rentabel? Oder gibt es besserer Anlagemöglichkeiten wenn man als Privatperson ein paar Euro im Monat über hat? Danke
Ist eine Lebensversicherung rentabel? Oder gibt es besserer Anlagemöglichkeiten wenn man als Privatperson ein paar Euro im Monat über hat? Danke
Hallo Gast,
eine Lebensversicherung - ich nehme an, du meinst eine Kapital-Lebensversicherung, bei der nach Ende der Laufzeit eine angesparte Summe ausgezahlt wird - ist in jedem Fall eine schlechte Geldanlage.
Wenn du eine Familie abzusichern hast, ist dazu eine Risiko-Lebensversicherung die bessere Wahl. Diese zahlt nur im Todesfalle, hat dafür wesentlich günstigere Beiträge. Für dich zur Absicherung ist eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung empfehlenswert.
Als Geldanlage ist eine Kapital - Lebensversicherung unrentabel. Der Garantiezins ist nur noch gering, es gibt keine Steuervorteile mehr. Da gibt es weit bessere Möglichkeiten, doch um dich hierzu beraten zu können, solltest du dir zunächst über einige Fragen klar werden:
- Was will ich mit der Anlage erreichen?
- Kann ich mein Geld für länger anlegen, oder muss ich kurzfristig herankommen?
- Wie viel Geld kann ich anlegen, und in welcher Weise? Monatlich eine feste Summe - oder doch eher variabel?
- Bin ich ein risikofreudiger Typ - oder eher sicherheitsorientiert?
So lange du nur ein paar Euro im Monat zurücklegen willst, empfehle ich dir erst mal ein Tagesgeld-Konto, z.B. bei der Bank of Scotland, die derzeit mit die besten Zinsen bietet.
Solltest du längerfristig über deine Alterssicherung nachdenken, kann eine Riesterrenten-Versicherung das richtige sein ... oder auch eine Entgeltumwandlich in eine betriebliche Altersvorsorge, wenn es dies in deiner Firma gibt. Hier kommen staatliche Förderung und Steuervorteile hinzu.
Dies sind nur einige der zu beachtenden Aspekte, und nur einige Möglichkeiten, die ich dir kurz aufgezeigt habe. Was für dich das Beste ist, solltest du selbst gründlich analysieren.
Viel Erfolg
Achim
Nachtrag:
Es gibt auch sehr gute Fondanlagen. Diese sind sehr sicher und man kommt auch im Notfall an sein Geld.
Diese haben aber den Nachteil, dass man nicht monatlich einzahlt sondern auf einmal.
Die Gewinnspanne richtet sich nach der Laufzeit der Anlage. Also, wie lange sie verblieben ist.
Ansonsten z.Zt. nur Tagesgeld.
Ach, und diese Versicherung nie kündigen, sondern Beitragsfrei stellen. Sonst ist der Rückkaufswert zu gering.
Meine Riester habe ich auch beitragsfrei gestellt. Renten sind nicht wirklich rentabel. Auch die Riester nicht.
aber durch die Laufzeit bis zum Schluss bringt sie eben doch noch einen kleinen Gewinn.
Wer ist den dein Geldinstitut? Frag mal einen Berater. Aber, einen Spezi und nicht den am Schalter. ;-)
Alles andere hat Achim schon geschrieben.
Viel Glück
frge
hallo Gast,
jede Geldanlage ist ein Geschäft auf Gegenseitigkeit:
So gesehen musst du immer davon ausgehen, dass dein Geschäftspartner
an deiner Einlage erstmal Geld verdienen will, also SEINEN Profit machen will - letztlich auf deine Kosten, denn du trägst allein das Risiko...
und der Verkäufer verdient immer - auch an seiner Provision.
Im Rennen um die für uns Normalkunden noch vergleichsweise günstigen Bedingungen stehen Kapital-Lebensversicherungen nicht allzu schlecht da,
jedenfalls im Vergleich zu manchen anderen vielversprechend klingenden Angeboten.
Zu einer Rendite von 3 - 5 % kommt immerhin auch die Risikoabsicherung des hoffentlich nicht eintretenden Todes.
Die beste und schönste Versicherung ist ohnehin immer diejenige, für die man brav bezahlt, ohne dass der Versicherungsfall jemals eintritt.
Eine andere Geldanlage mit 3 - 5 % Rendite wirst du nur schwerlich finden
(unter der Voraussetzung, dass du nicht alles glaubst, was findige Verkäufer von "sehr guten Fonds" dir versprechen - was gut oder weniger gut ist, stellt sich immer erst nach ein paar Jahren heraus, und der tolle Typ, der dir die Fondsanteile verkauft hat, ist dann längst über alle Berge - einschl. seiner Provisionen).
@frg: "die sind sehr sicher und man kommt im Notfall an sein Geld"
naja, der Begriff "sehr sicher" schließt alle Risiken ein, und im "Notfall" kann es leider auch passieren, dass dein Geld einfach weg ist.
@ ACHIM52: "Da gibt es weit bessere Möglichkeiten"...
naja, wers glaubt.... auch hier gilt der Spruch: Alle Menschen sind schlau: die einen vorher, die anderen nachher....
Ein Tagesgeldkonto bei einer virtuellen Internetbank käme für mich auch nicht in Frage. Meine Horror-Vorstellung wäre, dass die einfach mal ihr Internet-Portal abstellen, und dann guckst du in die Röhre....
Bank of Scotland ist Mitglied im Bund Deutscher Banken, im britischen und deutschen Einlagensicherungsfond und eine rennomierte britische Bank - nix mit "virtueller Internetbank"^^
Hmm - welche LV bietet heute 3 - 5%? Garantiert, mein ich ... nicht nur versprochen ...
Hallo, Gast, eine Lebensversicherung würde ich Dir in der heutigen Zeit auch nicht mehr empfehlen, da die Renditen und Steuervorteile gesunken sind, wie Dir alle diesen Sachverhalt schon ausführlich mitgeteilt haben. Bei Fonds muß man sich auskennen und wie gesagt, die Vertrauenswürdigkeit der Berater ist schwierig einzuschätzen, da diese ja ihre Produkte, die sie selbst verkaufen, an den Mann bringen wollen, um Provision zu erhalten. Alle Fonds sollte man danach einschätzen, wie risikofreudig man selbst ist. Fonds mit höheren Gewinnen sind risikohafter als Fonds mit mehr Sicherheiten, aber eben auch geringeren Zinsen bzwl Renditen. Bei manchen Fonds muß man den Ausgabeaufschlag mit einberechnen, der meistens 5 % beträgt. Das heißt, bei solchen Fonds lohnt sich nur eine längere Laufzeit, denn die 5 % müssen sich erst einmal amortisieren, und es soll ja dann auch noch zusätzlich an Zinsen oder Gewinnen etwas herauskommen. Früher waren auch offene Immobilienfonds sehr sicher und nicht unatraktiv. Das hat sich aber jetzt auch schon geändert, da manche dieser Fonds schon geschlossen wurden und man nicht an sein Geld mehr kommt - oder nur noch mit Verlusten.Hier sind auch ab 2013 neue Regelungen geplant, die auch ins negative schlagen. Meiden solltest Du aber auf jeden Fall geschlossene Immobilienfonds!!! - egal wieviel Rendite man dort verspricht. Dabei kann das ganze eingezahlte Geld auch schnell weg sein (bei Insolvenz) - Du siehst, es ist nicht leicht, Geld anzulegen. Tagesgeld ist momentan wohl mit die sicherste Anlage.Erkundige Dich dort aber auch vorher bei jeder Bank nach der E I N L A G E N S I C H E R U N G. Alles Gute Katzina
Moin Gast,
da mein Spezialgebiet und dies eine klassische Frage, kann ich mich nur schwer zurückhalten. Zunächst: Achim hat eigentlich das Wesentliche schon geschrieben, ich ergänze es ein wenig und stelle es ein wenig anders dar.
Zunächst wichtig zu wissen: Risiko-LV (LV=Lebensversicherung) sichert das Risiko des Todesfalles ab (nicht jedoch Suizid - zumindest nicht so ohne Weiteres, es sei denn man geht über die Schiene der psychischen Erkrankung...). Eine Kapital-LV koppelt das Ganze mit einer Geldanlage, wo man nach einer bestimmten Laufzeit entweder eine Rente oder aber einen Einmalbetrag ausgezahlt bekommt. Dabei gibt es einen garantierten Mindestzins (dieser liegt bei Neuverträgen derzeit bei 1,75%, NICHT wie von quartal5 geschrieben bei 3 oder 4 % (sorry, dass ich Dich korrigieren muss, quartal). Nicht ganz richtig ist ebenfalls, dass eine Kapitallebensversicherung steuerlich keine Vorteile bringt. Zunächst einmal findet die Besteuerung erst bei Auszahlung/Fälligkeit statt. Befindet sich der Versicherungsnehmer zu dem Zeitpunkt im Rentenalter (62) und hatte die Police eine Laufzeit über 12 Jahren, wird nur die Hälfte des Ertrages versteuert. Zudem kann man LV's auch übertragen ohne dass die 12-Jahresfrist erneut beginnt. Dies macht dann Sinn, wenn man beispielsweise Kinder ohne oder mit nur geringem eigenen Einkommen hat. Dann kann man die Steuer ein Stück weit umgehen.
Nichtsdestotrotz halte auch ich eine Kapital-LV nicht für optimal. Eine Risiko-LV für ein paar Euro für die Absicherung der Familie ist ok und sinnvoll. Bei der Auswahl der Alternativen begnet man wieder dem sogenannten magischen Dreieck. D.h. Rendite, Verfügbarkeit und Sicherheit. Diese drei Faktoren beeinflussen sich immer gegenseitig. Anders ausgedrückt: Je höher die Verfügbarkeit und Sicherheit ausfällt, desto niedriger die Rendite.
Die Empfehlung von Fonds ohne Abfrage der Kenngrößen wie sie Achim nannte und der Empfehlung eines konkreten Produktes kann fatal sein. Die Berater der Banken sind da auch nicht unbedingt die richtigen Ansprechpartner, denn die nehmen oft auf die Bedürfnisse des Kunden keine Rücksicht, sondern "müssen" die Produkte ihres Hauses verkaufen. Sie können und dürfen natürlich auch andere nehmen, aber ein gewisser Umsatz in den Produkten des Hauses wird oft vorgeschrieben.
Die Fondsauswahl ist riesig und man benötigt daher sehr viel Zeit, ein geeignetes Produkt zu finden (Verkaufsprospekte gründlich lesen und verstehen). Alternativ gibt es natürlich auch spezialisierte Berater, die aber Geld kosten (ein Bankberater kostet aber auch Geld, nur versteckt der das besser im Aufschlag, der externe Berater stellt im Idealfall eine Rechnung, sollte also auf keinen Fall Prämienabhängig sein).
Ich versuche mal ohne die Kenntnis der wichtigen Größen (welche Summe, welcher Anlagehorizont, welche Sicherheit, welcher Zeitbedarf für die Anlagepflege...) ein paar Ideen zu liefern. Offensichtlich ist der Anlagehorizont größer, wenn eine KLV als Anlage erwogen wird. Anscheinend soll auch nicht eine Einmalsumme angelegt werden, sondern ein vermutlich kleiner Betrag regelmäßig. Da gibt es zunächst die Regel, bis zu drei Monatsgehälter als jederzeit verfügbare Liquiditätsreserve für Notfälle bereit zu halten. Ob es immer drei sein müssen, darüber kann sicher gestritten werden, aber ein ordentliches Polster sollte über Tagesgeld bei einer halbwegs sicheren Bank (zu erkennen an gutem Rating und hoher Einlagensicherung) schon gehalten werden. Was mir immer wieder begegnet sich Leute die Kredite haben oder aber sogar aufnehmen und auf der anderen Seite Anlagen haben. Konsumentenkredite oder Überziehungszinsen sollte man auf alle Fälle vermeiden. In dem Fall ist die beste Anlage, diese zurückzufahren (soweit möglich) bzw. gar nicht erst entstehen zu lassen. Auch bei Anschaffungen von Fahrzeugen sollte man vorher durchrechnen, ob sich der vom Autohändler angebotene Kreditvertrag zu Minizinsen rechnet oder aber eine Barzahlung mit Rabatt den größeren Vorteil bietet. An dem Kredit verdient die Autobank (und damit der Herstellers) zu Lasten des Händlers, so dass der Händler oft die andere Variante sogar lieber hat. All diese Dinge sollten bedacht werden, bevor man an etwas Anderes als Tagesgeld denkt. Als Anbieter empfehle ich derzeit MoneYou. Wer ist das? Nun, hinter MoneYou steckt die große, bekannte ABN Amro N.V., eine der größten niederländischen Banken. Mit einem Aa3 Credit-Rating (moody's) steht das Institut besser da als die Bank of Scotland und viele andere. Klar, Ratings sind nur bedingt zu gebrauchen, das gilt aber auch für die Einlagensicherung. Bei größeren Bankenpleiten hält keine Einlagensicherung... Die Einlagensicherung bei MoneYou beträgt "nur" 100000 €. Allerdings liegt das daran, dass meist keine zusätzlichen Sicherungssysteme wie in Deutschland installiert sind. Es wäre ein Irrtum zu glauben, dass 100000 € bei einer Bank, die eine Sicherung von 1 Mio. je Kunde anbietet, dort sicherer wäre als bei einer Bank wie ABN Amro mit 100000€ Einlagensicherung. MoneYou nimmt keine Gebühren für Kontoführung und Co., bietet taggenaue Zinseberechnung bei vierteljährlicher Zinsgutschrift. Dadurch erzielt man einen weiteren Vorteil (Zinseszins) ggü. der Bank of Scotland, die die Zinsen nur einmal jährlich gutschreibt. Der Zinssatz liegt derzeit bei 2,75% p.a.
Nachdem das Tagesgeld abgehakt ist, kommen wir zum schwierigeren Teil, der ohne genauere Angaben fast nicht mehr optimal zu beantworten ist. Bekanntlich besteht zur Zeit große Unsicherheit bzgl. der Zukunft von Euro und Co.
Japan, USA, die meisten europäischen Länder... sind stark verschuldet und man fragt sich wie diese Schulden im Griff gehalten oder gar zurückgeführt werden sollen. Da gibt es viele Möglichkeiten angefangen bei (Hyper-)Inflationen, Staatsbankrott mit Gläubigerverzicht oder aber Währungsreformen.
Was also tun? Einige sehen den Ausweg in physisch begrenzten Gütern mit einem echten Wert wie Gold, Silber, Palldium etc. Alle dieser Güter sind stark im Preis gestiegen. Alternativ könnte man versuchen in Nahrungsmittel zu investieren, sicher keine schlechte Idee. Oder aber, und das möchte ich hier anregen, in ein sehr wertvolles Gut, ebenfalls begrenzt und es wird noch dazu täglich vernichtet: Grund und Boden für die Landwirtschaft. Damit verbunden fällt einem ein: Wald. Wälder haben zwar keinen tollen Ertrag, sind aber sicher. Allerdings kommt auch diese Anlageform in der "Direkt"-Variante nur für die wenigsten in Frage. Es gibt aber Holzinvestments. Man sollte nun nicht unbedingt den Renditeversprechen vieler Anbieter glauben. 13% wie mancherorts zu lesen ist halte ich für absolut unseriös. http://www.lifeforestry.com/ scheint seriös zu sein, bietet aber soweit ich weiß keine Sparpläne an. Andere Möglichkeiten wären hier wieder Zertifikate und Fonds, wo man sich aber sehr genau ansehen muss, in was dort genau investiert wird. Aktuell habe ich gerade nicht die Zeit, dies zu machen, kann aber auf Anfrage eine Liste von Produkten liefern, die man genauer untersuchen müsste.
Alternativ hierzu könnte man vielleicht auch in die Erzeugung regenerativer Energie investieren. Hier in Form von Genussscheinen. Die sind aber genau wie die Holzinvestments alles andere als risikolos, somit auch hier wieder genaue Recherche erforderlich.
Wenn Sie spekulativ veranlagt sind, könnten auch Griechenland-Anleihen für Sie interessant sein. Zum Teil werden die zur Zeit zu Kursen unter 20% (bei Laufzeit bis 2014) gehandelt. Selbst wenn alle Gläubiger im Falle einer Insolvenz Griechenlands mit einem 70%-Verzicht leben müssten, wäre dort eine saftige Renditechance gegeben. Dumm sieht es natürlich aus, wenn Sie weniger als 25% erhalten oder aber länger auf Ihr Geld warten müssten, es ist halt eine Spekulation.
Ich könnte Ihnen noch hundert andere Investmentideen liefern, was aber klar geworden sein sollte ist:
a) es gibt bessere Anlagealternativen als eine K-LV
b) Geldanlage ist hochkomplex
c) vertrauen Sie nicht unbedingt ihrem Bankberater
d) sofern Sie nicht selbst Zeit investieren wollen, bedienen Sie sich eines Anlageberaters auf Honorarbasis und achten Sie immer darauf wie Sie beraten werden. Ohne gewisse Informationen kann keine vernünftige Beratung auf Ihre Bedürfnisse erfolgen. Nur Anlagebetrag und Anlagehorizont reichen nicht aus. Je mehr der Berater von Ihnen wissen will, desto eher können Sie damit rechnen eine vernünftige Beratung zu erhalten.
e) es gibt nicht die ideale Anlage (wer etwas anderes sagt ist höchst verdächtig)
f) seien Sie vorsichtig bei Rendite-Versprechen von mehr als 6%. Je höher die Renditeversprechungen, desto gründlicher sollten Sie das Angebot auseinandernehmen.
Zum Schluss wünsche ich Ihnen viel Erfolg bei der Suche nach dem richtigen Investment und hoffe, Sie nicht abgeschreckt zu haben.
Es grüßt der Wolf
Nachtrag zum Kommentar: Hallo Gast, die Sparda-Bank kenne ich nur als seriöses Unternehmen, hat auch lt. Rating gute Referenzen - mit den Internetkonten kenne ich mich nicht aus, weil ich persönlich diesem ganze Online-Kontoverkehr nicht traue (das ist aber meine persönliche Meinung) Ich bin da skeptisch, weil man so viel von den Machenschaften der Onlinemanipulation hört. Grüße, Katzina
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